
Titel: Instruktionen für den Friedhofsaufseher der israelitischen Abteilung im Zentralfriedhof, Wien (Seite 1)
Datum: 1880
Signatur: Archiv IKG Wien, Bestand Wien, A / VIE / IKG / I / DIV / 6
In Wien wurden fünf der im Laufe der Jahrhunderte errichteten jüdischen Friedhöfe erhalten. Der älteste, für das Jahr 1368 erstmalig beurkundete Platz aus dem Mittelalter zwischen dem ehemaligen Kärntnertor und dem ehemaligen Widmertor ist nicht mehr erkennbar.
Der älteste größtenteils erhaltene Friedhof in Wien ist der jüdische Friedhof in der Rossau, in der heutigen Seegasse. Er wurde seit dem 16. Jahrhundert belegt und bestand bis 1943 unverändert. Er ist heutzutage nicht mehr uneingeschränkt zugänglich. Nach und nach werden die ausschließlich hebräisch beschrifteten Grabsteine restauriert.
1784 wurde der jüdische Friedhof in Währing errichtet. Dort wurden bis in die 1880er Jahre hinein bis zu 9.000 Grabstellen belegt. Hier wurden erstmalig auch in deutscher Sprache verfasste Grabsteine aufgestellt.
Während der Stadterweiterung Wiens wurde der Zentralfriedhof eröffnet, auf dem von Anfang an eine jüdische Abteilung vorgesehen war. Von 1879 bis 1916 wurden beim „ersten Tor“ 60.000 Gräber errichtet. Danach wurde das Areal zu klein. Die Kultusgemeinde erwarb eine weitere Fläche (beim vierten Tor), auf der heute noch Begräbnisse stattfinden. Die Gemeinde hatte dort auch stets ihre eigenen Zeremoniengebäude.
1906 kam mit der Eingemeindung des Bezirks Floridsdorf ein weiterer Friedhof mit einer seit 1877 bestehenden jüdischen Abteilung hinzu.
Die Erhaltung, Restaurierung und Pflege der zum Teil in der NS-Zeit beschädigten Gräber wird in verschiedenen Projekten der Kultusgemeinde mit Beteiligung der Stadt Wien und freiwilligen Helfern unternommen.
Titel: Instruktionen für den Friedhofsaufseher der israelitischen Abteilung im Zentralfriedhof, Wien (Seite 1)
Datum: 1880
Signatur: Archiv IKG Wien, Bestand Wien, A / VIE / IKG / I / DIV / 6
Titel: Instruktionen für den Friedhofsaufseher der israelitischen Abteilung im Zentralfriedhof, Wien (Seite 2)
Datum: 1880
Signatur: Archiv IKG Wien, Bestand Wien, A / VIE / IKG / I / DIV / 6
Titel: Instruktionen für den Friedhofsaufseher der israelitischen Abteilung im Zentralfriedhof, Wien (Seite 3)
Datum: 1880
Signatur: Archiv IKG Wien, Bestand Wien, A / VIE / IKG / I / DIV / 6
Titel: Instruktionen für den Friedhofsaufseher der israelitischen Abteilung im Zentralfriedhof, Wien (Seite 4)
Datum: 1880
Signatur: Archiv IKG Wien, Bestand Wien, A / VIE / IKG / I / DIV / 6
Titel: Instruktionen für den Friedhofsaufseher der israelitischen Abteilung im Zentralfriedhof, Wien (Seite 5)
Datum: 1880
Signatur: Archiv IKG Wien, Bestand Wien, A / VIE / IKG / I / DIV / 6
Titel: Instruktionen für den Friedhofsaufseher der israelitischen Abteilung im Zentralfriedhof, Wien (Seite 6)
Datum: 1880
Signatur: Archiv IKG Wien, Bestand Wien, A / VIE / IKG / I / DIV / 6
Titel: Plan der Gruppe 51 der israelitischen Abteilung des Zentralfriedhofs
Datum: 1899
Signatur: Archiv IKG Wien, Bestand Jerusalem, A/W 1495
Titel: Plan für Gräber und Grüfte am Wiener Zentralfriedhof, Wien, um 1905
Datum: 1905
Signatur: Archiv IKG Wien, Bestand Wien, K 11 (temp.)
Titel: Stiftbriefliche Bestimmungen auf dem Währinger Friedhof
Datum: 1906
Signatur: Archiv IKG Wien, Bestand Wien, A / VIE / IKG / I / DIV / 6
Titel: Stiftbriefliche Bestimmungen auf dem Zentralfriedhof
Datum: 1906
Signatur: Archiv Wien, Bestand Wien, A / VIE / IKG / I / DIV / 6
Titel: Grabmal Zwi Perez Chajes (Seite 1)
Datum: 1928
Signatur: Archiv IKG Wien, Bestand Jerusalem, A/W 1178,1
Titel: Grabmal Zwi Perez Chajes (Seite 2)
Datum: 1928
Signatur: Archiv IKG Wien, Bestand Jerusalem, A/W 1178,1
Titel: Grabmal Zwi Perez Chajes (Seite 3)
Datum: 1928
Signatur: Archiv IKG Wien, Bestand Jerusalem, A/W 1178,1
Titel: Grabmal Zwi Perez Chajes (Seite 4)
Datum: 1928
Signatur: Archiv IKG Wien, Bestand Jerusalem, A/W 1178,1
Titel: Foto der Zeremonienhalle, nach den Novemberpogromen 1938
Datum: ohne Datum
Signatur: Archiv IKG Wien, Bestand Wien, Digitales Fotoarchiv der IKG_Friedhöfe_Zentralfriedhof 6_1
Titel: Foto der Zeremonienhalle, nach den Novemberpogromen 1938
Datum: ohne Datum
Signatur: Archiv IKG Wien, Bestand Wien, Digitales Fotoarchiv der IKG_Friedhöfe_Zentralfriedhof 6_2
Titel: Foto Währinger Friedhof
Datum: ohne Datum
Signatur: Archiv IKG Wien, Bestand Wien, Digitales Fotoarchiv der IKG_Friedhöfe_Währinger Friedhof
Titel: Foto des Tors zum neuen jüdischen Friedhof auf dem Zentralfriedhof
Datum: ohne Datum
Signatur: Archiv IKG Wien, Bestand Wien, Digitales Fotoarchiv der IKG_Friedhöfe_Zentralfriedhof 5_1
Jüdische Friedhöfe, Bet Hakewarot (Haus der Gräber), Bet Olam (Haus der Ewigkeit), oder Bet haChajim (Haus des Lebens) genannt, unterliegen bestimmten religionsgesetzlichen (halachischen) Vorgaben.
So darf ein Friedhof niemals überbaut oder aufgegeben werden, er ist für die Ewigkeit ausgelegt. Gräber dürfen nicht eingeebnet werden, es ist höchstens eine zweifache Belegung mit einer genau abzumessenden Schicht Erde dazwischen erlaubt. Nur Verwandte ersten Grades (Eltern, Kinder, Geschwister) dürfen in einer Grabstätte beigesetzt werden. Bepflanzungen sind nur mit Gras oder Efeu üblich. Bis ins Mittelalter hinein wurden die Gräber in Richtung Jerusalem angelegt. Im Zuge der Haskala (der jüdischen Aufklärung) lockerten sich die Vorschriften etwas.
Die in Wien erhaltenen Beerdigungsprotokolle wurden vom Friedhofsamt der IKG Wien in den Jahren 1891 bis 1945 angelegt. Einerseits wurden die sogenannten Sterbebücher von 1891 bis 1918 geführt. Sie sind alphabetisch nach dem Anfangsbuchstaben des Nachnamens des Verstorbenen erfasst. Innerhalb eines Buchstaben sind die Einträge in jährlicher chronologischer Reihenfolge und betreffen nur Beerdigungen auf dem Wiener Zentralfriedhof (Tor 1 und 4), in einigen Fällen mit dem Hinweis auf den Döblinger Friedhof und Floridsdorfer Friedhof, etc.
Andererseits sind von 1919 bis 1945 die Beerdigungsprotokolle chronologisch erfasst. Ein Jahr umfasst immer zwei Bände und beinhaltet Beerdigungen auf dem Wiener Zentralfriedhof (Tor 1 und 4), Döblinger Friedhof und Floridsdorfer Friedhof. Ausgenommen die Jahre 1943 bis 1945. Diese befinden sich von Jänner 1943 bis Juli 1944 und von August 1944 bis Dezember 1945 in je einem Band.
Folgende Informationen zu Beerdigungen sind in den Protokollen vorhanden:
Die in Wien erhaltenen Beerdigungsbücher der IKG Wien umfassen insgesamt fünf Bände, diese beinhalten vorwiegend die Aufzeichnungen über die Beerdigungen nach Begräbnisklassen auf dem Wiener Zentralfriedhof (Tor 1) sowie auf anderen Wiener Friedhöfen.
Die Bände eins bis vier beinhalten den durchgehenden Zeitraum von März 1879 bis Jänner 1899. Im fünften Band jedoch sind ausschließlich Beerdigungen von Kindern und Jugendlichen im Zeitraum von Jänner 1895 bis Dezember 1899 verzeichnet.
Folgende Informationen zu den Verstorbenen sind in den Büchern vorhanden:
Die in Wien erhaltenen Gräberprotokolle der IKG Wien für den Zentralfriedhof (Tor 1) umfassen den Zeitraum von 1879 bis 1919. Die weiteren Gräberprotokolle für den Neuen Friedhof (Tor 4) beinhalten den Zeitraum 1917 bis 1922. Angelegt wurden die Gräberprotokolle vom Friedhofsamt der IKG Wien. Die Ordnung der Einträge ist chronologisch nach dem Beerdigungsdatum. Die fortlaufende Reihenzahl wird jährlich vergeben und beginnt mit Jänner eines Jahres.
Folgende Informationen zu den Verstorbenen sind in den Protokollen vorhanden:
Die in Wien erhaltenen Grüfteprotokolle der IKG Wien umfassen in insgesamt zwei Bänden die Beisetzungen in Grüften in den Jahren 1879 bis 1960 am Zentralfriedhof. Die Reihenfolge ist chronologisch nach der Errichtung der Grüfte. Innerhalb einer Gruft sind die Beisetzungen chronologisch aufgeführt.
Folgende Informationen zu den Verstorbenen sind in den Büchern vorhanden:
Interessant ist u.a. die Errichtung bzw. Planung der Grüfte durch diverse Architekten/Baumeister.
Die in Wien erhaltenen Leichenbegängnisbücher der IKG Wien für den Zentralfriedhof umfassen den Zeitraum von 1907 bis 1919, ausgenommen das Jahr 1908, dieses fehlt. Die Ordnung der Einträge ist chronologisch nach dem Beerdigungsdatum.
Folgende Informationen zu den Leichenbegängnissen sind in den Protokollen vorhanden:
Die Punkte auf der Zeitleiste stellen historisch wichtige Ereignisse des Archivs der Kultusgemeinde Wien dar und geben Ihnen einen Überblick über die zeitliche Einordnung des unten dargestellten Exponats. Durch den Klick auf einen der Punkte erhalten Sie mehr Informationen.
Das Toleranzpatent für die Juden in Wien und in Niederösterreich ermöglichte einzelnen jüdischen Familien unter Abgabe eines Zinses, sich in Wien anzusiedeln, bestimmten Gewerben nachzugehen und ihren Glauben im Privaten auszuüben sowie ihren Kindern Religionsunterricht erteilen zu lassen.
Der Buchdrucker Anton Schmid, der eine Lizenz zum Drucken hebräischer Werke hatte, welche durch die Zensur streng begutachtet wurden, überließ den Wiener Juden aus Dankbarkeit für zahlreiche Aufträge 133 Drucke. Diese bildeten den Grundstock der bis heute bestehenden Gemeindebibliothek.
1814 bis 1815Durch den Einfluss des Code Civil kamen die Juden in Europa der Gleichstellung näher. Bei der Reorganisation waren die Juden im Habsburgerreich dem Kaiser gegenüber loyal, sie hofften auf weitere Fortschritte. Jedoch wurden mit dem Scheitern der Demokratisierung die Zugeständnisse eingeschränkt.
Aufgrund wiederholter Unstimmigkeiten betreffend die Gültigkeit von Erlässen, welche die Rechte und Pflichten der ortsansässigen Juden regelten, beschlossen am 30. Juni 1816 die Vertreter der Wiener Judenschaft, ihre Aktenstücke durch einen Aktuar zu sammeln und aufzubewahren.
Die Grundsteinlegung des Wiener Stadttempels am 12. Dezember 1825 erfolgte durch Rabbiner Isak Noa Mannheimer. Die Synagoge wurde nach den Plänen von Josef Kornhäusel errichtet und den damaligen Bauvorschriften folgend, von außen nicht sichtbar in ein Wohnhaus integriert.
Mannheimer und Sulzer waren mit Krisen zwischen Orthodoxie und Reformern konfrontiert. Die Spaltung der Gemeinde konnte durch eine Gottesdienstordnung, die hebräische Gebete, deutsche Predigten sowie den Verzicht auf die beliebte Orgel, aber die Einführung eines Chors vorsah, verhindert werden.
Mit der Errichtung des Stadttempels in der Seitenstettengasse im ersten Wiener Bezirk gelang es den Wiener Juden erstmals seit der Vertreibung 1670, wieder ein geistiges und religiöses Zentrum zu errichten. Als erster Rabbiner wirkte hier Isak Noa Mannheimer, als erster Kantor Salomon Sulzer.
Unter dem Aktuar Josef Veith wurde eine Ausführungsverordnung für die Archiv-Registratur beschlossen, die beinhaltete, dass zu jeder Archivalie ein Regest erstellt werden solle. Außerdem wurde er angewiesen, für das bisher gesammelte Archivgut einen Schrank zu erwerben.
Ab den 1840er Jahren verlieh Ludwig August Frankl von Hochwart der Registratur „Archivcharakter“ und verbrachte die Archivalien nach 1020 Wien, Czerningasse 4. Die Akten wurden nach Herkunft geordnet und katalogisiert. Dies betraf 22 Stücke von 1626 bis 1805 und rund 10.000 aus der Zeit ab 1806.
In Folge der bürgerlichen Revolution 1848 kam es 1849 zu einer Begegnung mit dem Kaiser, in der die Gemeindegründung beschlossen wurde. 1852 wurden ihre provisorischen Statuten genehmigt. Damit gewann die Institution ihre Autonomie zur Regelung ihrer politischen Angelegenheiten und in Kultusfragen.
Aufgrund schwerer Hungersnöte wanderten große Teile der Bevölkerung Galiziens aus. Viele galizische Juden zogen nach Wien. Wegen verschiedener ritueller Traditionen führte dies einerseits zu Spannungen in der Gemeinde, andererseits zu einer verstärkten internen kulturellen Auseinandersetzung.
Das „Staatsgrundgesetz über die allgemeinen Rechte der Staatsbürger für die im Reichsrate vertretenen Königreiche und Länder“ verlieh den Juden erstmals das Recht, ihren Aufenthaltsort im Habsburgerreich frei zu wählen, die ungehinderte Religionsausübung und sorgte für gesetzliche Gleichstellung.
Per Gesetz betreffend die Beweiskraft der Geburts-, Trauungs- und Sterbematriken der Israeliten (RGBl. Nr. 12/1869) wurde die eigenständige Matrikenführung staatlich anerkannt. Ab diesem Zeitpunkt führten staatlich beeidete Matrikenführer die Personenstandsbücher. Diese werden bis heute fortgeführt.
Nach Annahme einer Reform des Kultus durch liberal fortschrittliche Kräfte unter der Führung Ignaz Kurandas kam es zum Kultusstreit. Die Orthodoxen unter der Führung Rabbiners Salomon Spitzer wollten aus der Gemeinde ausscheiden. Durch Kompromisse konnte die Spaltung der Gemeinde verhindert werden.
In Russland fanden verheerende Pogrome an der jüdischen Bevölkerung statt. Die IKG Wien beteiligte sich an Hilfsaktionen für die Opfer und Flüchtigen sowie an Protestaktionen gegen die von den russischen Geheimdiensten gesteuerten Gewalttaten.
Mit dem „Gesetz betreffend die Regelung der äußeren Rechtsverhältnisse der israelitischen Religionsgesellschaft“ wurde ein Gesetz geschaffen, welches das Verhältnis der verschiedenen, nach geographischen Gebieten eingeteilten Kultusgemeinden zum Staat auf eine einheitliche Rechtsgrundlage stellte.
Nach 15-jähriger Vorbereitung wurde die Israelitisch-Theologische Lehranstalt Wien nach Vorbild des Jüdisch-Theologischen Seminars Breslau eröffnet. Eine wissenschaftliche Rabbiner- und Religionslehrerausbildung sollte etabliert werden. Ziel war die Qualitätssicherung des Religionsunterrichts.
1895 wurde in Wien das erste Jüdische Museum gegründet.
Siegmund Husserl führte erstmalig eine wissenschaftliche Archivverwaltung mit parallel geführter Registratur ein und entwickelte weitere Pläne für die Entwicklung und Vernetzung des Archivs. Seine Idee eines Zentralarchivs der österreichischen jüdischen Kultusgemeinden wurde nicht verwirklicht.
Unter Archivar Samuel Pinkas sollten eine Archivordnung und eine Kanzleiregistratur erstellt werden. Durch den Ersten Weltkrieg konnten diese Maßnahmen nicht umgesetzt werden. Beschreibungen des Historikers Alfred F. Přibram zufolge herrschten zu Ende des Krieges im Archiv chaotische Zustände.
Unter der Leitung des Archivars Saul Chajes erfolgte eine Umstrukturierung des Archivs. Er beschloss eine chronologische Ordnung der Akten bis 1860, ein Einteilung nach Jahrgängen und Exhibitenzahlen für Akten bis 1926 und parallel dazu die Katalogisierung nach Schlagworten, Orts- und Personennamen.
Der „Anschluss“ Österreichs an das nationalsozialistisch regierte Deutschland, eine von weiten Teilen der österreichischen Bevölkerung begrüßte Annexion, führte zur Aufgabe der staatlichen Souveränität und ebnete den Weg zur Verfolgung und Ermordung auch der österreichischen Juden.
Anfang Mai 1938Nach dem „Anschluss“ wurde die IKG zunächst geschlossen und Anfang Mai wiedereröffnet. Sie musste unter Kontrolle der NS-Verwaltung und der „Zentralstelle für jüdische Auswanderung“ zwangsweise die Vertreibung der Gemeindemitglieder und ab 1941 die Deportation organisieren.
Juli 1938Die erzwungene Umstrukturierung der IKG verursachte eine Flut von Akten, die im Archiv nicht mehr methodisch abgelegt werden konnten. Die Gestapo beschlagnahmte zudem einen Teil der Archivalien und brachte ihn nach Berlin ins Reichssicherheitshauptamt zur rassenideologischen Auswertung.
9. November 1938In der Nacht vom 9. auf 10. November 1938 wurden alle Wiener Synagogen und Bethäuser außer dem Stadttempel zerstört, da er sich in einem Wohnhaus befindet. Geschäfte wurden geplündert, über 6.000 Juden wurden verhaftet und viele ins Konzentrationslager Dachau verschleppt
Mit dem deutschen Angriff auf Polen begann der Zweite Weltkrieg. Da 1943 Bombenangriffe auf Berlin zunahmen, bargen die NS-Behörden die konfiszierten jüdischen Wiener Archivalien in Schlesien. Von dort verbrachte die Rote Armee 1945 sie als „Beuteakten“ nach Moskau.
20. Oktober 1939Ende 1939 befahl Adolf Eichmann erste Deportationen österreichischer Juden ins neu besetzte Polen. In Nisko sollte ein sogenanntes Judenreservat entstehen, ein Konzentrationslager. Aufgrund unzulänglicher Verkehrswege und kriegsbedingt beanspruchter Transportmittel wurde das Lager 1940 aufgegeben.
Am 19. September 1941 trat die sogenannte Judensternverordnung in Kraft, die Kennzeichnungspflicht für Juden. Ab dem 23. Oktober 1941 war die Ausreise aus deutschen Reichsgebieten für Juden verboten. Beide Maßnahmen dienten der Vorbereitung der endgültigen Vernichtung.
Im September 1941 wurde mit der Ermordung noch nicht aus dem Einflussgebiet der Nationalsozialisten geflohener Juden begonnen. Den Deportationen und Tötungen waren Jahre der Verfolgung vorausgegangen. Ab Februar 1942 wurden die letzten in Wien verbliebenen Juden in Konzentrationslager verschleppt.
Leopold Moses, der letzte Archivar des IKG-Archivs vor der Wiederbegründung 2009, wurde am 14. Oktober 1943 verhaftet und am 1. Dezember 1943 nach Auschwitz deportiert und ermordet. Nach dem Ende seiner Tätigkeit war das Archiv der IKG Wien de facto nicht mehr existent.
Am 8. Mai 1945 endete der Zweite Weltkrieg mit der bedingungslosen Kapitulation der deutschen Wehrmacht. Damit wurden Deutschland und die in der Zeit von 1938 bis 1945 besetzten Gebiete von nationalsozialistischer Herrschaft befreit und die rassistische Gesetzgebung aufgehoben.
8. Mai 19451945 wurde die IKG wiederbegründet, die erste Wahl des Kultusvorstandes fand im April 1946 statt. Die IKG stand infolge vor der Herausforderung, nach Wien zurückkehrenden Juden, KZ-Überlebenden und Angehörigen der 65.000 im Holocaust Ermordeten zu helfen und Opferentschädigungen voranzutreiben.
Alex Bein, Direktor des Zionistischen Archivs, schlug 1949 vor, die nach 1945 in desolatem Zustand befindlichen Archivalien nach Jerusalem zu bringen. Die IKG stimmte 1951 zu. Die Central Archives (vormals General Archives) erhielten in vier Tranchen (zuletzt 1978) Archivmaterial als Leihgabe.
Zehn Jahre nach Kriegsende und 17 Jahre nach dem „Anschluss“ erhielt Österreich seine Souveränität zurück. Damit wurde aber auch der Mythos des „ersten Opfers der Nationalsozialisten“ besiegelt, für viele Österreicher ein Anlass, die Teilverantwortung für die Judenverfolgung von sich zu weisen.
Avshalom Hodik erstellte in den 1970er Jahren ein Findmittel der den Central Archives in Jerusalem (vormals General Archives) leihweise übergebenen Archivalien der Wiener Jüdischen Gemeinde sowie 1979 einen Abschlussbericht zum Archiv der IKG Wien. Dieses Findmittel umfasst 432 Seiten.
1986 entdeckte der damalige Sicherheitsbeauftragte Ernst Meir Stern im Zuge von Renovierungsarbeiten im Keller unterhalb der Synagoge in der Seitenstettengasse „verschollenes“ Archivmaterial. Es wurde wegen der Umbauten außer Haus gebracht. Danach geriet es jedoch wieder in Vergessenheit.
Auf Initiative des damaligen Präsidenten der IKG, Ariel Muzicant, und der Exekutivdirektorin des Präsidiums, Erika Jakubovits, wurde ab 1998 nach verbliebenen Archivalien gesucht. Im Jahr 2000 wurden umfassende Bestände (800 Kartons) in einem Haus der IKG in der Herklotzgasse in 1150 Wien gefunden.
Mehr als 70 Jahre nach der Auflösung durch die Nationalsozialisten wurde im Jänner 2009 das Archiv als eigene Abteilung der IKG Wien wieder begründet und damit dessen Bedeutung für die Kultusgemeinde unterstrichen.
Die Räumlichkeiten des IKG-Archivs wurden einer grundlegenden Sanierung unterzogen. Entsprechend modernen Archivstandards wurden Brandschutz, Klimaanlage und Lüftung eingerichtet. Damit ist sichergestellt, dass das gesamte historische Aktenmaterial fachgerecht gelagert ist.
Zum 200-jährigen Jubiläum des Archivs fand erstmals ein Tag der offenen Tür statt. Die Zugänglichkeit zum Archiv für wissenschaftliche und private Forschung ist seither möglich. Eine Festschrift sowie eine Website wurden im Zuge der Feierlichkeiten vorgestellt.
Titel: Beerdigungsbücher nach Begräbnisklassen der IKG Wien (Ringtheaterbrandopfer)
Datum: Dezember 1881
Signatur: Archiv IKG Wien, Bestand Wien, A / VIE / IKG / I / BUCH / FH / BEERDIGUNGSBUCH / 595
Titel: Beerdigungsbücher nach Begräbnisklassen der IKG Wien
Datum: April 1898
Signatur: Arcjhiv IKG Wien, Bestand Wien, A / VIE / IKG / I / BUCH / FH / BEERDIGUNGSBUCH / 599
Titel: Gräberprotokoll, April 1898
Datum: 1898
Signatur: Archiv IKG Wien, Bestand Wien, A / VIE / IKG / I / BUCH / FH / GRAEBERPROTOKOLL / Zentralfriedhof / 565
Titel: Verzeichnis der Leichenbegängnisse
Datum: 29. Jänner 1913
Signatur: Archiv IKG Wien, Bestand Wien, A / VIE / IKG / I / BUCH / MA / VERZEICHNIS DER LEICHENBEGAENGNISSE / 608
Titel: Grüfteprotokoll
Datum: 29. Jänner 1913
Signatur: Archiv IKG Wien, Bestand Wien, A / VIE / IKG / I / BUCH / MA / GRUEFTEPROTOKOLL / 638
Titel: Plan für 5 Grüfte am Zentralfriedhof, Tor 1
Datum: ohne Datum
Signatur: Archiv IKG Wien, Bestand Wien, A / VIE / IKG / I / III. Section / Friedhofsamt / 1